Diözesanmuseum Freising
Brückner & Brückner Architekten (Architektur)
Formstelle, Jörg Kürschner (Architektur)
Thomas Dashuber (Fotos)
Das Diözesanmuseum auf dem Freisinger Domberg zählt mit über 40.000 Objekten zu den bedeutendsten religionsgeschichtlichen Museen weltweit. Im Rahmen der Generalsanierung nach Plänen von Brückner & Brückner Architekten, die 2022 mit der Wiedereröffnung des Hauses nach mehrjähriger Schließung abgeschlossen wurde, entstanden die Schreinerarbeiten für eine Vielzahl von Bereichen.
Gestalterischer Schwerpunkt ist die Bibliothek: Raumhohe Wandregale und eine abgehängte Decke aus dunklem Nussbaum-Furnier fassen den Raum zu einem geschlossenen Interieur zusammen. Im Kontrast dazu sind Empfangstresen, Schließfachanlage und die Einbauten des Museumsshops in hellem Eichenfurnier ausgeführt – ein durchgehend warmes Material, das sich in die weiß gefassten historischen Bögen und Gewölbe des Bestandsgebäudes einfügt.
Vom neu überglasten Lichthof, dem räumlichen Zentrum des sanierten Hauses, führt der Blick auf die ehemalige Hauskapelle des Knabenseminars. Der kalifornische Lichtkünstler James Turrell hat sie in einen begehbaren Lichtraum verwandelt: „A Chapel for Luke and his Scribe Lucius the Cyrene“ ist als sogenanntes Ganzfeld angelegt, in dem Licht, Farbe und Raum so verschmelzen, dass die Tiefenwahrnehmung vollständig verlorengeht. Installation und das Freisinger Lukasbild – die bedeutendste byzantinische Ikone der Sammlung – liegen dabei auf einer gemeinsamen Blickachse.
Die Räume der Museumspädagogik im historischen Kreuzgewölbe erhielten maßgefertigte Arbeitstische und Wandmöbel. Ergänzend wurden Türen, Wandverkleidungen und Handläufe gefertigt und montiert, die sich präzise in das architektonische Gesamtbild des sanierten Baudenkmals einfügen.


















